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Meilen-und Erfahrungstörn vom 1. bis 8. August 2026

20. Okt.
4 Min. Lesezeit

Eine Woche zwischen Flaute, frischer Brise und geselligem Bordleben

Zu Beginn des Augusts lag die LeYa in Kiel-Möltenort. Bei der Bootsübergabe am Samstag, dem

1. August, zeigte sich die Sonne von ihrer besten Seite und bescherte uns angenehme Temperaturen. Nur der Wind ließ auf sich warten. So mussten wir auch am folgenden Tag bei teilweise spiegelglatter See den Motor bemühen.

Unser erstes Ziel war das dänische Bagenkop. Unterwegs nutzten wir die Zeit, um die ersten Mensch-über-Bord-Manöver zu üben und uns mit dem Schiff und der Mannschaft vertraut zu machen. Auch verschiedene Peilungsmethoden standen auf dem Programm. In Bagenkop angekommen, beschlossen wir, noch bis Marstal weiterzufahren. Von dort aus wollten wir am nächsten Tag mehr Möglichkeiten für die weitere Törnplanung haben. Am Ende des Tages standen 46,5 Seemeilen im Logbuch – allerdings fast ausschließlich unter Motor.

In Marstal angekommen, bewunderten wir bei schönem Abendlicht die charakteristischen Badehäuser. Nach dem obligatorischen Anlegergetränk wagten wir uns auch ins angenehm temperierte Ostseewasser. Anschließend schlenderten wir durch den Ort und ließen den Tag bei einem gemütlichen Abend gemeinsam ausklingen.

Überhaupt wuchs unsere Crew im Laufe der Woche nicht nur seglerisch, sondern auch menschlich zusammen. Neben den kulinarischen Künsten an Bord genossen wir gemeinsame Landgänge und tauschten uns über unsere Segelerfahrungen, geplante Törns und Flottillen aus. Und natürlich durfte auch die eine oder andere Skatrunde am Abend nicht fehlen.


Montag: Kurs auf Assens

Am Montag führte uns unser Skipper Andreas Hillebrand zunächst durch das enge Fahrwasser in Richtung Nordwesten. Doch der Wind zeigte sich weiterhin von seiner zurückhaltenden Seite, sodass wir auch am zweiten Tag fast ausschließlich motoren mussten.

Unser Co-Skipper Hans Helm hatte sich bestens vorbereitet und vermittelte uns mit gezielten Fragen und anschaulichen Erklärungen jede Menge Wissen. Dabei konnten wir Bekanntes auffrischen und Neues dazulernen. Natürlich blieb es nicht bei der Theorie: Auch das Setzen der Segel wurde praktisch geübt.

Am Tagesziel, dem gepflegten Städtchen Assens, erwartete uns eine kleine Überraschung. Zufällig wurde dort ein Feuerwerk gezündet, das uns das Gefühl gab, besonders herzlich willkommen zu sein. Mit 41,5 Seemeilen war auch dieser Tag eine ordentliche Etappe.


Dienstag: Endlich Wind!

Am dritten Tag meinte es der Wind endlich besser mit uns. Wir konnten durch den Kleinen Belt nach Norden segeln und Kurs auf Sønderborg nehmen. Im Als Fjord mussten wir kreuzen und konnten dabei gleich das Wenden üben. Anschließend ging es durch den Als Sund weiter in Richtung Hafen.

Vor der Brücke in Sønderborg hieß es zunächst warten, bis wir passieren und im Stadthafen anlegen konnten. Die Wartezeit wurde uns jedoch versüßt: Mit Blick auf das Schloss beobachteten wir Ritterspiele, bei denen Reiter hoch zu Ross mit ihren Lanzen geschickt Ringe aufspießten.

Wie schon an den vorherigen Tagen hatten wir auch diesmal Glück bei der Liegeplatzsuche und ergatterten einen sehr guten Platz direkt bei der Hafenmeisterei. Bei östlichen bis südöstlichen Winden legten wir an diesem Tag 45,5 Seemeilen zurück.


Mittwoch: Viele Meilen unter Segeln

Am Mittwoch waren sich alle einig: Jetzt wollten wir möglichst viele Seemeilen unter Segeln zurücklegen, um die windarmen Tage ein wenig auszugleichen. Also fuhren wir den Als Sund und den Als Fjord wieder zurück nach Norden. Im Gegensatz zum Vortag standen diesmal die Halsen auf dem Übungsprogramm.

Anschließend umrundeten wir die dänische Halbinsel und steuerten über den Kleinen Belt in Richtung Kappeln. Die zu umfahrenden Untiefen boten dabei eine gute Gelegenheit, unser Wissen über Betonnung und Schifffahrtszeichen aufzufrischen.

Der Wind frischte im Laufe des Tages von zunächst zwei auf vier bis fünf Beaufort auf und bescherte uns endlich ausgiebiges Segeln. Mit 65,5 Seemeilen war dies die längste Etappe unserer Woche – und zugleich ein schöner Beweis dafür, wie viel sich mit einer ordentlichen Brise erreichen lässt.


Donnerstag: Hafentag in Kappeln

Am Donnerstag wurde es dann doch zu windig, sodass wir vorsichtshalber im Hafen blieben. Hinzu kam eine Baustelle an einer Starkstromleitung, durch die die Schlei weitgehend gesperrt war. Ein Hafentag war also ohnehin eine vernünftige Entscheidung.

Die gewonnene Zeit nutzten wir für einen Bummel durch Kappeln und einen Besuch des Museumshafens. Auch die Bordvorräte konnten aufgefüllt werden – ein Abstecher zur örtlichen Aalräucherei durfte dabei natürlich nicht fehlen.

Am Nachmittag stand noch eine Theorieeinheit auf dem Programm. Hans erläuterte verschiedene An- und Ablegemanöver und gab uns damit weiteren Stoff zum Nachdenken und Üben. So wurde auch dieser Tag sinnvoll genutzt, selbst wenn die Segel diesmal unten blieben.


Freitag: Zurück nach Möltenort

Am letzten Segeltag machten wir uns auf den Rückweg nach Möltenort. Unterwegs übten wir das Beiliegen, bevor wir schließlich die Kieler Bucht erreichten. Dort stand zunächst das Nachtanken auf dem Programm.

Anschließend konnten wir unter Motor noch einmal unsere Aufmerksamkeit und unser Manövrieren trainieren: Ein herannahendes Regattafeld mit Optimisten erforderte, auf engem Raum den nötigen Abstand zu halten und umsichtig zu navigieren. Im Sporthafen von Schilksee übten wir schließlich das seitliche Anlegen.

Bei südwestlichen Winden mit drei bis vier Beaufort und einer Tagesetappe von 36,6 Seemeilen erreichten wir schließlich wieder unseren Ausgangshafen.

Damit ging eine abwechslungsreiche und lehrreiche Segelwoche zu Ende. Auch wenn uns der Wind an den ersten Tagen auf die Geduldsprobe gestellt hatte, kamen wir auf eine beachtliche Strecke und konnten zahlreiche Manöver trainieren.

Eine Woche, die Lust auf mehr macht

Der gesamte Meilentörn war ein rundum schönes Erlebnis und hat unsere Begeisterung für weitere Segelerfahrungen mit der LeYa geweckt.


Unser Skipper Andreas Hillebrand verstand es, von der Vorbereitung bis zur Nachbesprechung seine Freude am Segeln zu vermitteln und seine Erfahrung auf motivierende Weise einzubringen. Dabei führte er uns souverän durch die abwechslungsreiche Woche und hatte stets die gesamte Crew im Blick. Auch Co-Skipper Hans Helm trug mit seinen gut vorbereiteten Theorieeinheiten, praktischen Übungen und ausführlichen Erklärungen wesentlich dazu bei, dass wir unser seglerisches Wissen erweitern und festigen konnten.

Gemeinsam bildeten die beiden ein hervorragendes Team, das den Törn durchdacht und vorausschauend plante, gleichzeitig aber auch die nötige Spontaneität mitbrachte, um flexibel auf die Bedingungen zu reagieren.

Neben den vielen Übungsmöglichkeiten und den zurückgelegten Seemeilen bleiben vor allem die gemeinsamen Erlebnisse in Erinnerung: schöne Hafenorte, gelungene Manöver, gesellige Abende und der kameradschaftliche Austausch an Bord. Eine Woche, die nicht nur unser Logbuch gefüllt, sondern auch unsere Freude am Segeln und an der Gemeinschaft an Bord gestärkt hat.

Und eines ist sicher: Die nächste Gelegenheit, mit der LeYa in See zu stechen, darf gerne kommen!


Mittlerweile haben Katarina, Paul und Yannis ihre SKS-Prüfungen alle erfolgreich bestanden. Meine Prüfung steht am kommenden Freitag noch an 😊


Viele Grüße

Josua


 
 
 

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