top of page
Bildschirmfoto 2026-07-26 um 14.25.08.png

KreutzAss beim 24h Rennen

3. Sept.
4 Min. Lesezeit

Mit sieben jungen SeglerInnen, viel Wind, Regen und Teamgeist segelte die KreutzAss beim 24-Stunden-Rennen auf dem IJsselmeer auf den zweiten Platz.


Dafür sind drei von uns schon am Sonntag vorher angereist und konnten sich ein paar Tage länger einsegeln und das IJsselmeer inklusive anliegender Städte erkunden. Am Donnerstag haben wir in Lelystad zum Trainingstag abgelegt und Leo unser Skipper hat uns alle Situationen durchsegeln und -sprechen lassen, auf die wir stoßen könnten. Da alle außer zwei noch nie vorher Nachtfahrten gesegelt sind, gab es einige neue Situationen, auf die wir uns vorbereiten mussten. Auch das Thema Sicherheit in der Nacht und Person über Bord wurde hier gezielt hervorgehoben.

Am Freitagabend sollte das Rennen dann starten. Wir waren gut erholt und gestärkt auf dem Wasser. Die Wettervorhersage war mit Böen bis zu 30 kn und viel Regen ernüchternd und schon vorher hatten einige Schiffe wegen der Bedingungen abgesagt. Von insgesamt 399 gemeldeten Booten sind 306 gestartet und nur 188 regelkonform ins Ziel gefahren. Gewonnen hat das Boot, das in seiner Klasse nach Verrechnung die meisten Meilen gesegelt ist. 

Bei ca 14 kn Wind sind wir um 18:40 Uhr unter Gennaker gestartet und bis zur ersten Tonne gefahren. Da der Wind schon auf dem ersten Kurs stark zugenommen hatte, zogen wir schon nach der ersten Tonne das Reff rein. Leo plante für uns mit Hilfe eines eigens für das 24-Stunden-Rennen geschriebenen Programms die Strecken, die wir segeln sollten, so dass wir größtenteils einen schnellen Halbwindkurs fahren konnten. Als die Nacht einbrach, haben wir in unser Schichtsystem gestartet. Dieses stellte sicher, dass zu jeder Zeit drei SeglerInnen an Deck waren, während sich die drei anderen für drei Stunden erholen konnten. So wurde jede Stunde an Bord eine Person ausgewechselt und die Crew war schön durchmischt. Nur Leo hat die ganze Nacht für uns Taktik gemacht und hat sich in längeren Schlägen zwischen zwei Tonnenrundungen für ein paar Minuten hingelegt. Der Wind wurde noch stärker und wir haben die 30 kn ab und zu auf den Geräten ablesen können. Knappe vier Stunden hatten wir auch einen Grundwind von über 25 kn. Nichtsdestotrotz haben wir es geschafft den Starkwind durchzustehen und konnten mit kleinster Fock und gerefftem Segel immer noch Durchschnittsgeschwindigkeiten von 8,5 kn Segeln. Im Laufe der Nacht ging aufgrund von Windschwankungen das Reff mal raus und wieder rein. Super cool war es zu sehen, wie man die ganzen Lichter der Boote, Windräder, Leuchttürme und  Tonnen auf dem Wasser voneinander unterscheiden konnte. Es war ein echt tolles Bild, was sich da ergeben hat. Sehr schnell hatten wir raus, welche Lichter die Boote waren, die uns entgegenkamen und auf welcher Seite wir mit ihnen rechnen müssen oder ob wir den Kurs noch verändern sollten. Besonders motivierend war es ein weißes Licht vor uns zu sehen. Nicht selten kam es näher und änderte sich zu einem roten oder grünen, wenn wir es überholt hatten. 

Im Norden des Ijsselmeers war etwas weniger Wind, wo wir uns dann im Morgeneinbruch hin aufgemacht haben. Endlich konnte auch Leo ordentlich Schlaf nachholen, genauso wie die Crewmitglieder, die in der Nacht nicht viel Schlaf bekommen haben. Die nächsten Stunden waren ruhig und schon fast erholsam, verglichen mit der Nacht, die wir hinter uns hatten. Endlich konnte man wieder die Schiffe um uns herum sehen und die Tonnen rechtzeitig erkennen. Ein schöner Sonnenaufgang ist uns wegen vieler Wolken am Horizont vorenthalten geblieben. Diese lösten sich nach kurzer Zeit auf und wir konnten mit tollem Wind und Sonne unsere Regatta fahren. Als wir uns allmählich auf den Weg zur Ziellinie machten, nahm der Wind wieder zu. Reffen können wir jetzt richtig gut. Mit dem Wind ist auch der Regen gekommen. Dieser stand dank des starken Windes nach kurzer Zeit waagerecht in der Luft und die Plätze an Deck haben plötzlich extrem an Attraktivität verloren. 

Kurz vor der Zielkreuz - die einzige Kreuz die wir in den 24 Stunden gesegelt sind - ging es in den Endspurtmodus. Während wir vorher die Balance zwischen Kräfte sparen und schnell viele Meilen segeln halten mussten, konnten wir hier nochmal alles geben. Wir mussten spätestens um 18:40 wieder im Ziel sein, ansonsten gäbe es Strafminuten. Vor Start der Kreuz war es noch nicht ganz klar ob wir es rechtzeitig schaffen würden. Das zeichnete sich dann nach und nach ab. Wir überholten nochmal sehr viele Boote, die unterwegs zur Ziellinie waren. Fünf von uns saßen auf der Hohen Kante, während Simon am Steuer und Bianca an der Großschot hoch konzentriert um jede Minute gekämpft haben. Auf der Ziellinie war es dann 18:34 Uhr - sogar sechs Minuten früher als wir mussten. Da alle Boote ungefähr zeitgleich vor Medemblik ins Ziel gefahren sind, standen in der Hafeneinfahrt Menschenmengen, die den einfahrenden Booten zugejubelten und gratulierten. Ein Kommentator gab die gesegelten Meilen der Boote an. Eine Blaskapelle ist auf einem kleinen Boot umhergefahren und hat mit der Musik für Stimmung gesorgt. Was für ein Event. Wir haben es in ORC 1 auf Platz 2 geschafft und von den 306 Booten die gestartet waren, sind nur sieben Boote mehr Meilen gesegelt als wir. Wir hatten eine super tolle Zeit, echt viel Spaß und sind uns sicher, dass wir diese Leistung nur erbringen konnten, weil wir als Team aufeinander eingegangen sind, Grenzen kommuniziert und respektiert haben und uns gegenseitig mit guter Stimmung und guter Musik motivieren konnten.

Leo, Rosi, Bianca, Anna, Ole, Basti und Simon

___________________________________

Leo Fahr

Obmann Kreutz Ass Technik


Kommentare


Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Bitte den Website-Eigentümer für weitere Infos kontaktieren.
bottom of page